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Popayán, Kolumbien


Wir verlassen das Bergdorf Silvia Richtung Popayán, die "Weiße Stadt". Ein sehr schöner und historischer Ort mit vielen weissen Häusern (mit was auch sonst!?). Wir fahren in die Altstadt und parken direkt auf der Strasse. Papa ist noch gar nicht ausgestiegen, da ist schon eine ganze Menschentraube um unser Fahrzeug. Die Einheimischen sind alle sehr interessiert an unserem Mobil und Papa beantwortet geduldig alle Fragen, als ihm von einer Person in der Menschentraube das Handy hingehalten wird mit den einzigen Worten "Aleman, Aleman". Na gut, denkt sich Papa, nimmt das Telefon und es folgt folgende Konversation:

Papa: "Hallo, mit wem spreche ich?"

Die andere Leitung: "Do is da Franz aus Garmisch und mit wem sprich i?"

Papa: "Do is de Familie Nu und mia stengan mit unsam Mobil do in Popayán mittn auf da Straß. Wo bist´n nachad Du?"

Franz: "Wenn´s fertig seids, dann kummds aufi zu mia. Da Miguel gibt aich mei Numma. Pfiad Di!"

Das Telefon wurde wieder zurückgereicht zu jenem Miguel. Dieser hat einen grossen Spielzeugladen in der Innenstadt von Popayán und eine Motocrossstrecke (!) neben dem Grundstück von Franz. Wir sollten nach der Altstadtbesichtigung einfach wieder zu ihm in den Laden kommen und er würde uns dann zu Franz bringen. Gesagt getan und wir werden erst einmal bei ihm im Laden mit kolumbianischer Herzlichkeit überschüttet. Die ganze Familie freut sich, dass wir da sind und die Kinder dürfen sich doch tatsächlich alle ein Spielzeug aus dem Laden aussuchen! Welch Freude! Ein Angestellter bringt uns anschließend wirklich auf einen nahegelegenen Hügel zu Franz, weil Anian morgen unbedingt auf die Motocrossstrecke will.

Als wir in das Haus gehen treffen wir Franz bzw. Prof. Dr. Franz Xaver Faust aus Garmisch, einer der führenden Ethnologen für indigene Forschung. Franz lebt schon seit fast vier Jahrzehnten in Kolumbien und spricht nach wie vor tiefsten Oberlandler Dialekt. Wir setzen uns an die Eckbank, ratschen und lachen viel über die gemeinsame Heimat. Außer uns sind aber noch viele sehr nette und interessante Persönlichkeiten aus Universitäten, Wirtschaft und Politik bei Franz und das ist anscheinend jeden Tag so. Man kann sagen, dass alle Welt zu Franz kommt. Für uns ist dieser Besuch sehr spannend, da wir jede Menge interessanter Dinge erfahren.

Wir dürfen im Garten unser Expidi mit Blick auf den Vulkan parken und dort schlafen. Wir schütteln immer wieder unseren Kopf, da wir diese heutigen Zufälle nicht fassen können...


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